Marge oder Aufschlag? Warum 30 % nicht immer 30 % sind
Sie schlagen 30 % auf die Kosten auf und denken, 30 % bleiben übrig? Es bleiben 23 %. Hier ist der Unterschied und die Formel, die ihn behebt.
Viele kleine Lebensmittelbetriebe kalkulieren so: Kosten plus 30 %. Das fühlt sich nach 30 % Marge an. Ist es aber nicht, und über Hunderte Verkäufe wird der Unterschied spürbar.
Aufschlag und Marge sind zwei verschiedene Zahlen
Der Aufschlag bezieht sich auf die Kosten. Die Marge bezieht sich auf den Preis. Im Handel heißt sie auch Handelsspanne, der Aufschlag Kalkulationsaufschlag.
- Aufschlag = Gewinn ÷ Kosten
- Marge = Gewinn ÷ Preis
Derselbe Euro Gewinn ergibt also einen anderen Prozentsatz, je nachdem, wodurch Sie teilen.
Beispiel: Granola in Tüten
Eine Tüte Granola kostet Sie 6 €: Haferflocken, Nüsse, Honig, Tüte, Etikett und Ihre Arbeitszeit.
Sie schlagen 30 % auf: 6 × 1,3 = 7,80 €. Der Gewinn beträgt 1,80 €. Marge: 1,80 ÷ 7,80 = 23 %.
Ziel waren 30 %, herauskommen 23 %. Bei 200 Tüten im Monat fehlen 160 €.
Die Formel für einen Preis mit Zielmarge
Preis = Kosten ÷ (1 − Marge)
6 ÷ (1 − 0,30) = 8,57 €. Aufrunden auf 8,60 €. Die Marge liegt dann bei 30 %.
Umrechnungstabelle
| Gewünschte Marge | Nötiger Aufschlag | |---|---| | 20 % | 25 % | | 25 % | 33 % | | 30 % | 43 % | | 40 % | 67 % | | 50 % | 100 % |
Die Marge kann nie über 100 % liegen. Der Aufschlag schon.
Welche Zahl Sie nutzen sollten
Die Marge zeigt, wie viel von jedem eingenommenen Euro bei Ihnen bleibt. Nutzen Sie sie, um Preise festzulegen und Produkte zu vergleichen. Der Aufschlag ist praktisch für schnelle Rechnungen ab den Kosten, solange Sie wissen, welcher Aufschlag Ihre Zielmarge ergibt.
Läden und Cafés, die Ihr Produkt weiterverkaufen, sprechen meist von ihrer Spanne. Fragen Sie nach, ob sie vom Preis rechnen, bevor Sie einem Rabatt zustimmen.
Drei häufige Fehler
- Kosten ohne Arbeitszeit. Ohne Ihre Stunden ist die Marge Fiktion. Der Ratgeber Torte auf Bestellung kalkulieren zeigt, wie Sie sie einrechnen.
- Alte Zutatenpreise. Die Butter wurde teurer, die Preisliste blieb. Eine wöchentliche Einkaufsliste mit aktuellen Preisen hilft.
- Eine Marge für alles, nie geprüft. Ein Glas Soße, eine Tüte Granola und ein Catering haben unterschiedliche Kosten und unterschiedliches Risiko.
So macht es Lagom
In Lagom erfassen Sie Zutaten mit Ihren eigenen Preisen, Verpackung und Arbeitszeit. Sie legen eine Zielmarge fest, und Lagom nennt Ihnen den Preis und zeigt die Marge, nicht den Aufschlag. Wird eine Zutat teurer, rechnen sich die Preise neu, und Produkte unter dem Ziel bekommen einen konkreten Vorschlag, etwa „Von 7,80 € auf 8,60 € erhöhen, um 30 % zu halten“. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.